WIP: Von dystopischer High-Fantasy und neuen Technologien.

Work In Progress – Ein etwas anderer Werkstattbericht.


An dieser Stelle wird freitags (vielleicht jeden Freitag, vielleicht nur jeden Zweiten). Eine Art Zusammenfassung zu der Arbeit an meinem aktuellen Projekt. Bis etwa Mitte November wird das eben mein Projekt Cys bleiben, danach werde ich die Arbeit am nächsten Projekt (das dann Val heißen wird) aufnehmen und entsprechend darüber schreiben. Ob dabei Val eine Fortsetzung zu Cys wird, kann ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht genau sagen. Fest steht jedenfalls, dass die Veröffentlichungen nach Plan mit dem 30.11.2017 bzw. dem 11.10.2018 terminiert sind. Wenn sich daran etwas ändert, wirst Du es relativ zeitnah hier im Werkstattbericht erfahren.


Cys: Magnetpunk und neue Technologien.



„Dystopisch-düstere High-Fantasy mit einem Hauch von Blut und Totschlag“, so lautete der Wortlaut aus einem meiner gestrigen Tweets. Dabei steht das Genre für Cys so ziemlich fest. Welch Überraschung, dass es wieder High-Fantasy ist, wo ich doch fest mit Urban Fantasy gerechnet habe. Allerdings fiel die Entscheidung aufgrund meiner Recherchefaulheit zu Gunsten einer eigenen Welt aus. Da ich aber reine High-Fantasy einfach absolut langweilig finde (aus Sicht des Schriftstellers, nicht aus Sicht des Lesers), weil es einfach so gut wie jeder macht, musste ein kleiner Genremix her. Ich mag düstere Geschichten. Der Witz an der Sache ist, dass ein Mix aus Fantasy und Dystopie einen Bruch mit den Konventionen zumindest des letzteren Genres darstellt. Denn ausnahmslos jede Dystopie, die mir bisher untergekommen ist, zeigt die (negative) Zukunft aktueller Gesellschaften. Da es aber immer noch High-Fantasy ist, kann die Dystopie in Cys gar nicht in der Zukunft angesiedelt sein. Denn: High-Fantasy ist immer von unserer Zeit losgelöst. Sie spielt also weder in der Vergangenheit, der Gegenwart noch in der Zukunft, sondern eben in der eigenen Zeit.

Verzeih mir das Geblubber um die Zeit. Als Physikstudent habe ich sowieso einen mittelschweren Dachschaden, was derartige Theorien angeht. Was mich übrigens zum nächsten Punkt bringt: Gestern Abend habe ich außerdem versprochen, Dir zu erklären, was es mit diesem Magnetpunk auf sich hat, den ich da so beiläufig erwähnte. Tatsächlich hat sich ja spätestens seit dem Ableben von Jules Verne (als einer der – wenn auch unfreiwilligen – Gründerväter des Genres) eine ganze Gesellschaft rund um den Steampunk entwickelt. Für den Unwissenden: Steampunk fußt darauf, dass die industrielle Revolution nie stattgefunden hat und die Dampfmaschine die höchste Basistechnologie in der Gesellschaft ist, auf der wirklich ALLES aufbaut. Also sprich: Wo wir heute mit Strom und Verbrennungsmotoren arbeiten, wird im Steampunk (wie der Name schon andeutet) alles mit Dampf betrieben. Gerne gesehen sind auch Zeppeline und Schiffe aller Art. Und sehr viele Zahnräder, die von Dampfturbinen angetrieben werden. Keine Frage, alles höchst interessant, aber mir zu wenig, weil – selbe Begründung wie oben – es einfach jeder macht. Wer dennoch ein gelungenes Beispiel eines guten Steampunkromans (mit Krimi) sehen will, sollte sich eventuell mal „Ersticktes Matt“ von Nina C. Hasse ansehen.

Allerdings wird auch die Welt in Cys nicht ohne Maschinen und Erfindungen auskommen, wenn ich nicht riskieren möchte, dass die gesamte Gesellschaft in der Altsteinzeit zurückbleibt. Deshalb habe ich nach Alternativen zu a) unseren heutigen Technologien und b) zur Dampfkraft (die als Alternative zuerst in den Sinn kommt) gesucht. Dabei bin ich (ich studiere nicht ohne Grund Physik) vor allem beim Thema Magnetismus hängen geblieben. Was wäre, wenn die gesamte Technologie einer Gesellschaft auf elektromagnetischer Induktion basiert? Dabei wäre (um sich darunter etwas vorstellen zu können) die Magnetschwebebahn erst der Anfang dieser Technologie. Nicht auszuschließen ist dabei, dass ich nette Effekte wie Supraleitung (elektrische Leitfähigkeit ohne elektrischen Widerstand)  und Suprafluidität (eine Flüssigkeit, die komplett ohne Reibung jeglicher Art fließen kann) einbeziehe. Um es gleich auf die Spitze zu treiben: Nein, Magnetismus wird nicht die einzige Antriebstechnologie in Cys bleiben, da es vermutlich mehrere Völker geben wird, die natürlich unterschiedliche Technologien zu bieten haben. Keine Sorge, ich werde schon aufpassen, dass ich nicht zu sehr in Richtung Science-Fiction abdrifte, wir wollen es ja nicht übertreiben.

Cys: Wo kommt eigentlich die Inspiration her?



Um gleich offen zu sein: Die Inspiration stammt größtenteils aus meinem Bücherregal bzw. den zahlreichen fantastischen Geschichten, die ich gelesen habe. Daherkommen vor allem die Einflüsse beim Thema Worldbuilding allgemein (also Landschaft, Völker, Legenden, Religionen etc.). Damit geht natürlich auch der Wunsch einher etwas anderes zu machen. Erstens muss ich gerade als Selfpublisher (ich rechne nicht damit, dass ein Verlag anbeißt, wenn ich den Köder auswerfe, habe aber auch nicht unbedingt ein Problem damit) auch auf den Markt achten, wenn ich nebenbei ein bisschen Geld einnehmen möchte. Dafür möchte ich eben ein Alleinstellungsmerkmal haben, eben Geschichten, die nicht das sind, was schon hunderte Autoren auf den Markt geworfen haben. Zweitens oute ich mich hiermit als Fan eines gewissen Videospiels. Ich habe einige Hundert Stunden in Skyrim (The Elder Scrolls V) investiert. In diesem Spiel gibt es das vor Jahrhunderten untergegangene Volk der Dwemer, die vor allem durch zahlreiche Erfindungen berühmt geworden sind.

Daher kommt dann auch der Einfluss und der Wunsch nach neuen Technologien. Ich bin durchaus der Meinung, dass jeder Schriftsteller sich als Pionier verstehen und hin und wieder auch komplett unbekanntes Terrain betreten sollte. Denn wenn wir ehrlich sind: Es gibt immer Ideen, die noch niemand hatte, andernfalls würde es gar nicht so viele von uns geben, die mit Herzblut an ihren Geschichten arbeiten. Das Motto meines (nie begonnenen)  NaNo-Projektes (2016) war nicht ohne Grund „altbekannte neue Pfade“. Wer weiß, vielleicht kommt dabei sogar Weltruhm als Erfinder komplett neuer Genres oder literarischer Strömungen heraus? Ich spekuliere nicht auf solcherlei Dinge, aber man wird ja wohl noch träumen dürfen.

 

Deine Meinung zum Artikel