[Top 13] „Kleine“ Bands, die man gehört haben sollte.

In meinen Playlists tummeln sich allerhand große Bands, mit mehr als einer Million monatlichen Hörern (37 an der Zahl) und mehr als einer Million Followern (da sind es immerhin noch 22). Die Daten entstammen meiner letzten Überprüfung bei Spotify am 27.07. (irgendwann nachmittags, insgesamt habe ich 186 Bands abonniert).

Hand aufs Herz: Bands wie Linkin Park, Nickelback oder Rise Against solltest du sehr wahrscheinlich kennen. Doch wie sieht es auf der anderen Seite aus? Hier folgt meine Liste mit meinen 13 Lieblingsbands, die kaum jemand kennt (jeweils mit einem Song, um sich einen Eindruck zu verschaffen).


Platz 13: Skiltron

Da habe ich mich letztens noch darüber beschwert, dass mir niemand eine unbekannte Band aus Südamerika nennen kann. Und siehe da: Buenos Aires hat seit 2004 eine ziemlich geile Metal-Band. Besonders auffällig ist hierbei der Metal-Stil, der sich als eine Kombination Heavy Metal und keltischer Musik präsentiert, was in Europa und den USA durchaus üblich, in Südamerika allerdings ziemlich ungewöhnlich ist. Bisher waren die Argentinier unter anderem mit In Extremo und Korpiklaani unterwegs, haben aber auch auf Festivals bereits neben Giganten wie Slayer und Arch Enemy gespielt.

Hate of My Life

aus: Legacy of Blood, 2016



Platz 12: Hell Boulevard

Von Argentinien starten wir eine kleine Reise zurück nach Europa. Genauer: In die Schweiz. Eine nette kleine Alternative-Band, die es auf nicht einmal 500 Spotify-Abonnenten bringt. Dabei halte ich das für völlig unverständlich. Der Stil erinnert mich ein wenig an die etwas bekanntere deutsche Band Lord Of The Lost. Jedenfalls hat diese Band ordentlich Power.

Freak Parade

aus: Inferno, 2016



Platz 11: World War Me

World War Me enter to take the world by storm with infectious melodies, catchy choruses and heavy-hitting riffs.

So stellt sich die Band auf ihrer eigenen Website vor. Ihre Musik ordnen sie dem Pop-Punk zu. Leider gibt es auf Spotify aktuell nur die beiden Songs That’s So Yesterday und War Zone, dennoch zeigt die Band dabei enormes Potential. Meine Empfehlung: Einfach reinklicken und auf das Album freuen. In Chicago stehen die Zeichen eindeutig auf Sturm. Stilistisch würde ich World War Me noch eher mit Green Day vergleichen, auch wenn hier wesentlich mehr Pop dabei ist.

That’s So Yesterday

aus: That’s So Yesterday (Single), 2017



Platz 10: Alazka

Lass uns in die Top-Ten mit einer deutschen Band einsteigen. Alazka stammen aus Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen und haben sich 2012 unter dem Banner Burning Down Alaska gegründet und sind seit Ende März unter neuem Namen unterwegs. Alazka spielen eine Art Melodic-Hardcore (melodischer Metalcore), die ganz groß von Bands wie Bring Me The Horizon gespielt wird. Dabei erzeugen Alazka eine ähnliche Atmosphäre, wobei ich fast behaupten würde, dass Alazka den Job noch einen Ticken besser machen. BMTH können einpacken, wenn Alazka Ende August / Anfang September mit dem neuen Album an den Start gehen.

Phoenix

aus: Phoenix (Single), 2017



Platz 9: Diablo Blvd

Die Band Diablo Blvd um Sänger Alex Agnew wurde 2005 in Antwerpen (Belgien) gegründet. Benannt wurde die Band nach dem gleichnamigen Song der Band Corrosion Of Conformity aus dem Jahr 2000. Als Einflüsse zählt Agnew unter anderem Black Sabbath, Iron Maiden und (die älteren Songs von) Metallica auf. Alex Agnew war zuvor auch als Stand-Up Comedian bekannt, weshalb die Band nach wie vor Themen rund um Religion und Politik in ihren Songs aufgreift. Wie Agnew selbst sagt: Mit dem Unterschied, dass er dabei am Ende keinen Witz bringen muss. Musikalisch lassen sich Diablo Blvd als Heavy-Metal / Hard-Rock einordnen. Und in diesem Bereich haben sie einiges zu bieten. Das neue Album Zero Hour soll am 22. September erscheinen.

Animal

aus: Animal (Single), 2017



Platz 8: My Dear Addiction

Keine Top-Liste, in der nicht wenigstens eine schwedische Band enthalten ist: My Dear Addiction stammen aus Älmhult. Was sofort auffällt: Der Stil von My Dear Addiction erinnert ein bisschen an die älteren Werke von Avenged Sevenfold. Und auch die Stimme von Sänger Kim Lindstén erinnert ein wenig an M. Shadows, bei dem von mir ausgewählten Song fällt das sogar schon nach den ersten Takten auf. Später nimmt Kim hier deutlich Fahrt auf und hat sowohl klare Parts als auch Screams wunderbar drauf.

Winners

aus: Kill the Silence, 2016



Platz 7: Vault 51

Eine richtige Indie-Band, die ihre erste EP komplett ohne Plattenfirma veröffentlicht hat. Wieder einmal eine Band aus den USA, dieses Mal aus Atlanta. Alternative Rock mit einer ganz eigenen Note, wie beispielsweise recht vielen klaren Gesangsparts. Diese Note begeisterte diesen Monat immerhin um die 14.000 Hörer und hat bisher 273 Menschen dazu bewegt, den Folgen-Button zu drücken.

Magnolia

aus: The Kid (EP), 2017



Platz 6: Batomae

Und siehe da: Es gibt doch noch Interpreten aus Deutschland, die auch noch deutsch singen. Batomae heißt eigentlich David Müller und ist seit 2011 als Bassist der Band Luxuslärm (2016 aufgelöst, über 250.000 verkaufte Tonträger) bekannt geworden. Tatsächlich stammt die erste EP mit 5 Songs zwar schon aus dem Jahr 2015, aufmerksam geworden bin ich auf diese Band allerdings erst dieses Jahr. Dazu folgende Story: Meine Mutter ist schon ewig Fan der Band Staubkind und so begab es sich, dass meine Eltern im März auf einem Konzert zum neuesten Album „An jedem einzelnen Tag“ waren. Und nun darfst du dreimal raten, wer die Vorband war. Richtig: Batomae. Nach dem Konzert war meine Mutter von dieser Vorband und hat die EP im Wohnzimmer vorgespielt. Und was soll ich sagen? Wer Staubkind mag, wird auch Batomae lieben. Da bin ich keine Ausnahme.

Unvergleichlich

aus: Unvergleichlich (EP), 2015



Platz 5: Everlit

So, noch einmal zurück über den großen Teich, bis die Top-4 nur noch aus europäischen Bands besteht. Auch wenn noch nicht viel kam: Die Band durfte letzten Monat in ihrer Heimatstadt Philadelphia als Vorband für Avenged Sevenfold auftreten, die die Fans abstimmen ließen, welche Band auftreten sollte. Das Konzert war als Ersatz für die ausgefallene Show im Rahmen von Metallicas WorldWired Tour angesetzt, die A7X aufgrund der Tatsache, dass der Nachwuchs des Lead-Gitarristen ein bisschen außerplanmäßig zu früh geboren wurde, ausfallen ließ.

R.E.D.

aus: R.E.D. (Single), 2016



Platz 4: Saitenfeuer

Eine interessante Rockband aus dem Raum Leipzig, deren Stil man im Wesentlichen als Punkrock, meistens aber nur als Saitenfeuer-Sound bezeichnen kann. Ich habe lange überlegt, aber mir fällt beim besten Willen keine Band ein, mit der man Saitenfeuer vergleichen könnte. Wenn ich auf Krampf einen Vergleich mit deutschen Punkrock-Bands ziehen müsste, würde ich Saitenfeuer als „aggressiver“ als Die Toten Hosen aber gleichzeitig deutlich ruhiger als beispielsweise Serum 114 bezeichnen. Ältere Songs erinnern noch ein wenig mehr an Kärbholz.

Ihre Welt

aus: Ein wenig Farbe, 2016



Platz 3: Erdling

Leider sind Saitenfeuer knapp an den Top-3 vorbeigeschrammt. Der Grund dafür sind Erdling, deren Mitglieder ursprünglich bei der Band Stahlmann gespielt haben. Erst 2015 gegründet, bleiben Erdling dennoch immer noch ihren Wurzeln in der Neuen Deutschen Härte treu. Während andere Bands in dieser Strömung (Eisbrecher, Stahlmann etc.) allerdings neuerdings ziemlich ruhig geworden sind, bleiben Erdling größtenteils genau so aggressiv wie man es von der NDH gewohnt ist. Erdling haben was von härteren Rammstein-Songs, kommen aber ohne Lindemanns typischen Akzent aus und können (zum Beispiel in Firmament) aber auch deutlich ruhiger.

Absolutus Rex

aus: Supernova, 2017



Platz 2: As Lions

Noch vor der Auflösung von Rise to Remain (die unter anderem als Vorband zu Iron Maiden auftraten), arbeiteten drei Bandmitglieder, darunter Sänger Austin Dickinson (der Sohn von Iron Maiden Frontman Bruce Dickinson) bereits an einer neuen Band. As Lions gingen dann 2015 in London an den Start. Die Band spielt Alternative Metal (wie beispielsweise Of Mice & Men oder auch Bring Me The Horizon), sind aber auch für moderne Einflüsse aus der US-amerikanischen Rockmusik offen. So erinnert die Musik von As Lions stellenweise durchaus an Bands wie Linkin Park, 30 Seconds to Mars oder auch Five Finger Death Punch. Fakt ist jedenfalls: Austin steht seinem Vater in Nichts nach, was das Gesangstalent angeht. Außerdem haben As Lions bereits neben Iron Maiden auf dem Download-Festival gespielt.

Aftermath

aus: Selfish Age, 2017



Platz 1: Mayburn

Last But Not Least: Mein persönlicher Favorit unter den kleinen Bands. Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass Österreich (immerhin bekannt für musikalische „Glanzstücke“ wie Conchita Wurst) musikalisch irgendwann mal was reißen könnte (und nein, der ESC zählt dabei nicht als Leistung). Aber Mayburn haben mich eindeutig eines Besseren belehrt. 2015 sind Mayburn mit dem Album When Worlds Collide auf der Bildfläche aufgetaucht und haben 2016 mit No Horizon ordentlich nachgelegt. Laut Facebook-Seite haben sich Mayburn 2013 gegründet und alle Mitglieder sind in verschiedenen Genres erfahren. Mayburn selbst bezeichnen ihre Musik als Powerrock mit Einflüssen aus Rock, Metal und Crossover.

Rising Tide

aus: No Horizon, 2016



Abschließende Worte.

Gut, der Beitrag ist jetzt doch ein bisschen länger geworden. Aber das musste auch mal sein. Welche Bands kanntest du schon vorher? Kennst du vielleicht ähnliche Bands, die ich übersehen habe?

Die Liste ist mein persönliches Ranking. Es gibt tatsächlich ein paar Bands, die ich noch vor Mayburn platzieren würde, aber die würde ich jetzt nicht mehr als „klein“ Bezeichnen (sowas wie Avenged Sevenfold, Breaking Benjamin oder Linkin Park).

Deine Meinung zum Artikel