Wédōra – Staub und Blut (Markus Heitz)

Klappentext

Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden hier Wasser und Schutz. Hierhin verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija. Die beiden kommen zum ungünstigsten Zeitpunkt in die Stadt, steht Wédōra doch kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die geheimnisvollen Stämme der Wüste rufen zum Sturm auf die Stadt. Liothan und Tomeija geraten schnell in ein Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für alle Seiten kriegsentscheidend sein können.

Der erste Satz

„‚Ich bin hier, um Brennholz für den Winter zu ordern. Acht Klafter. Trocken.'“

Zur Geschichte selbst

Wédōra ist eine riesige Oase inmitten einer Wüste, die so groß ist, dass sie an 15 verschiedene Reiche grenzt. Die Stadt ist schwer befestigt und bietet etwa einer Million Einwohner und fahrenden Händlern Schutz vor den Gefahren der Wüste. Über die Stadt herrscht der Dârèmo seit 250 Siderim (etwa 250 Jahre) von seinem Turm im Zentrum der Stadt. Ein Herrscher, den noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat und bei dem sich nicht nur die Bewohner Wédōras fragen, ob er tatsächlich existent ist.

Ein Teil der Geschichte findet allerdings in der Baronie Walfor (als Teil des Königreichs Telonia) statt, der Heimat der Protagonisten Liothan und Tomeija. Durch einen Zwischenfall geraten die beiden in eine Parallelwelt nach Wédōra mitten in die Wüste.

Meine Meinung

Nun, Herr Heitz ist nicht gerade ein unbeschriebenes Blatt, was das Schreiben von großartiger Fantasy angeht. Wédōra ist schon bei der Ankündigung beim Verlag auf meiner Wunschliste und vor ein paar Wochen beim Überfall auf meinen Buchhändler in der Tasche gelandet. Markus Heitz spendiert seinen Lesern mit Wédōra eine grandiose Geschichte. Man merkt dem Buch an, dass der Autor in seiner Vergangenheit als leidenschaftlicher Rollenspieler leicht vorbestraft ist, was das Worldbuilding angeht. Das Setting der Stadt und der Wüste ringsherum, aber auch des Königreichs Telonia ist wirklich gut gelungen.

Von der ersten Seite an, verliert man sich schnell in der beschriebenen Welt. Von den Wüstenvölkern bis zu den Marktständen hat der Autor hier an jedes Detail gedacht. Auch die Figuren bleiben authentisch. Liothan gerät als Halunke natürlich nur Minuten nach dem Betreten der Stadt in ziemlich arge Schwierigkeiten. Auch später taucht sein Hang dazu, Probleme nahezu magisch anzuziehen an der ein oder anderen Stelle noch auf.

Die Handlung an sich geht zuerst relativ langsam voran, wobei Markus Heitz hier einen Trick zur Perfektion bringt, den man in der Fantasy relativ oft sieht: Sobald nicht viel passiert, rückt der Fokus auf die Umgebung und sobald diese ewig lange Beschreibung langweilig wird, geht es wieder richtig zur Sache. Durch diesen Mix kann man das Buch nicht zur Seite legen, ohne das Gefühl zu haben, etwas wichtiges zu verpassen. Hinzu kommen einige unvorhergesehene Wendungen. An dieser Stelle sei mal auf den Verwesungsturm verwiesen. Wer das Buch gelesen hat, dürfte wissen, welche Szene ich meine (Tomeija ist aber auch eine Kämpferin).


Mein Fazit

Ich persönlich kenne Markus Heitz vom Namen her schon sehr lange, bin aber vor Aera nicht dazu gekommen, seine Bücher zu lesen. Allerdings hat mich bereits Aera völlig überzeugt und Wédōra reiht sich ordentlich ein, wie es sich gehört. Herr Heitz wird seinem Ruf als Meister der deutschen Fantasy gerecht,

Für 2017 sind mit „Des Teufels Gebetbuch“ und der Fortsetzung zu Wédōra (auf die ich mich besonders freue) zwei weitere Bücher aus Heitz‘ Feder angekündigt bzw. geplant. Es ist durchaus interessant, was der nette Mann auf Twitter von seiner Arbeit verlauten lässt.

Fazit: Markus Heitz ist ein wahnsinnig toller Mensch, der sein Handwerk als Schriftsteller wirklich versteht.


Bibliografische Angaben

Autor/In Markus Heitz
Titel Wédōra – Staub und Blut
Verlag Knaur Fantasy
Format Paperback
Seitenzahl 608 Seiten
Erscheinungsdatum 01. August 2016
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahren
Genre Fantasy
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