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AchtNacht (Sebastian Fitzek)

Klappentext

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten – und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!

Der erste Satz

„‚Hier ist ein Anruf für Sie.'“

Zur Geschichte selbst

Inspiriert vom Horrorfilm „The Purge“, behandelt AchtNacht die Frage: Was wäre, wenn nicht jeder gegen jeden, sondern alle gegen einen kämpfen würden? Sebastian Fitzek ist ein Autor, bei dem man nach dem Lesen des Buches unbedingt (!) das Nachwort lesen sollte. Man erfährt so einiges über die Beweggründe dieses sympathischen Irren, wenn man die Nachworte in seinen Thrillern liest.

Meine Meinung

Eigentlich stand der neue Fitzek noch gar nicht auf meiner Leseliste. Klar, die Euphorie war entsprechend groß, als bekannt wurde, dass Herr Fitzek im März schon wieder einen neuen Thriller veröffentlichen wird (zur Erinnerung: Das Paket ist erst im vergangenen Oktober erschienen). Meine Mutter bestellt seit mindestens Noah jedes Buch vor, das Herr Fitzek veröffentlicht. Also dachte ich mir: Da ich mit ihr in einem Haus lebe, muss ich mir das Buch ja nicht kaufen und warte einfach ab, bis sie es gelesen hat.

Dann kam Amazon und meinte, dass es wohl witzig wäre, das Buch gleich zweimal zu schicken. Tja, da war das Buch plötzlich einmal zu viel da, also habe ich es kurzerhand adoptiert und mal reingelesen…

Fakt ist: Im Laufe der letzten Woche habe ich dann von Mittwoch bis Samstag knapp 100 Seiten gelesen (was aber eindeutig nicht am Buch lag), um den Rest dann in einem Rutsch am Sonntag zu verschlingen.

Ich muss sagen: Ich bin begeistert. Ich habe bisher nicht jedes Buch von Herrn Fitzek gelesen, aber die, die ich gelesen habe, waren es größtenteils wert und auch AchtNacht macht da keine Ausnahme.

Wie es sich für einen Thriller gehört (irgendwie ist dem Verlag der Psycho abhanden gekommen), lässt AchtNacht dem Leser keine Ruhe. Es geht Schlag auf Schlag und da Ben sowieso ständig in Bewegung ist, muss man als Leser auch keine Pause machen.

Netterweise treten in Fitzeks Büchern auch hin und wieder altbekannte Figuren auf (Grüße gehen raus an Martin Schwartz, der dem einen oder anderen Leser aus Amokspiel und/oder Passagier 23 bekannt sein dürfte). Diese kleinen Auftritte bewirken zwei Dinge: Diese Figuren werden relativ flach beschrieben (sind ja auch Nebenfiguren), da sie den Wiederholungstät… Lesern bereits bekannt sind. Martin Schwartz taucht auf und benimmt sich, wie man es von Martin Schwartz erwartet. Andererseits bewirken die alten Figuren auch, dass es (abgesehen von Berlin) eine Verbindung zu den „alten“ Büchern gibt und Wiederholungsleser eine kleine Belohnung erhalten.

Auch das Ende hat es in sich. So ab Seite 300 ist eigentlich ziemlich klar, wie der Thriller am Ende ausgeht. Ne. Allein auf den letzten ungefähr 30 bis 50 Seiten wird das Ende zweimal in eine ganz andere Richtung gedreht, ohne dass es irgendwie gestellt wirkt.


Mein Fazit

Zugegeben, es gibt in diesem Buch ziemlich viele oder-nicht-oder-doch-Situationen, wo man sich als Leser im ersten Moment nur fragt: HÄ? Aber ganz ehrlich, genau deswegen liebe ich Thriller. Nichts ist ein besserer Spannungskiller, als ein voraussehbares Ende.

Diese ganzen Oder-nicht-oder-dochs (meine Wortschöpfungen waren schonmal besser) führen am Ende zu einem zweifachen Plottwist. Auf den letzten Seiten war man sich nicht sicher, ob der Typ jetzt eigentlich tot ist, doch noch lebt oder vielleicht doch gestorben ist. Fast so interessant wie die Antwort auf die Frage, wer eigentlich dieser Oz ist, von dem die da ständig reden. Die Antwort erinnert mich ein wenig an einen gewissen Psychodingsda aus Fitzeks Debütroman. 😉

Fazit: Für Fitzek-Fans und Fans von Psychothrillern. Aufgrund von Psycho-Fitzek (auf die nette Art Psycho) als Autor bleibe ich bei der Einordnung, egal was der Verlag dazu sagt.


Bibliografische Angaben

Autor/In Sebastian Fitzek
Titel AchtNacht
Verlag Knaur
Format Taschenbuch
Seitenzahl 416 Seiten
Erscheinungsdatum 14. März 2017
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 16 Jahren
Genre Psychothriller
Leseprobe Amazon*

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