Ready Player One (Ernest Cline)

Klappentext

Im Jahr 2044 ist die Welt ein hässlicher Ort: Die Erdölvorräte sind aufgebraucht, ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut. Einziger Lichtblick ist die OASIS, eine virtuelle Ersatzwelt, in der man leben, arbeiten, zur Schule gehen und spielen kann. Die OASIS ist ein ganzes Universum, es gibt Tausende von Welten, von denen jede ebenso einzigartig wie phantasievoll ist. Und sie hat ein Geheimnis.
Der exzentrische Schöpfer der OASIS hat tief im virtuellen Code einen Schatz vergraben, und wer ihn findet, wird seinen gesamten Besitz erben – zweihundertvierzig Milliarden Dollar. Eine Reihe von Rätseln weist den Weg, doch der Haken ist: Niemand weiß, wo die Fährte beginnt. Bis Wade Watts, ein ganz normaler Junge, der am Stadtrand von Oklahoma City in einem Wohnwagen lebt, den ersten wirklich brauchbaren Hinweis findet. Die Jagd ist eröffnet …

Der erste Satz

„Jeder in meinem Alter erinnert sich daran, wo er war und was er gerade getan hat, als er zum ersten Mal von dem Wettbewerb hörte.“

Zur Geschichte selbst

Willkommen in der Welt von Wade Watts, der den Großteil seines Lebens in der OASIS, einer – nein DER – virtuellen Realität verbringt. Das heißt: Er geht dort zur Schule und entflieht seiner Realität. Er lebt als Waise bei seiner Tante in den Stacks (ein typisch amerikanischer Trailerpark, in dem die Wohnwagen aus Platzgründen übereinander gestapelt werden), die ihm selbst die wenigen Essengutscheine wegnimmt, die er hat. Nur sein technisches Geschick hält ihn noch über Wasser.

Doch als einer der Hauptentwickler der OASIS stirbt und sein gesamtes Vermögen an denjenigen vererbt, der das Easter Egg findet, dass er in der virtuellen Realität versteckt hat, macht sich sofort mehr oder weniger die gesamte Menschheit auf die Jagd nach dem Ei. Diese Jagd erlebt der Leser aus der Sicht von Wade, der nun wirklich jede freie Minute mit der Jagd verbringt.

Natürlich gibt es neben Wade und den anderen Jägern eine weitere Partei. Der Konzern IOI macht mit seinen „Sechsern“ ebenso Jagd auf das Ei, um die Kontrolle über die gesamte OASIS zu gewinnen…

Meine Meinung

Im allerersten Moment erinnert „Ready Player One“ an Daniel Suarez‘ „Daemon“. Wer hier allerdings einen knallharten Science-Thriller erwartet, wird auf die Dauer allerdings enttäuscht werden. Tatsächlich ist der Roman nicht mal besonders anspruchsvoll geschrieben. Doch gerade da liegt der besondere Reiz der Geschichte: „Ready Player One“ ist mit jeder Zeile eine quietschbunte Liebeserklärung an die 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Jim Halliday, der sein gesamtes Vermögen vererbt, ist bis zu seinem Tod einer der größten Geeks überhaupt. Und so haben bei der Jagd natürlich die Jäger einen Vorteil, die in der Popkultur der 80er bewandert sind.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass diese 80er kurz nach Hallidays Tod ein Revival erleben. Plötzlich liebt jeder alles aus diesem Jahrzehnt, um ein Easter Egg in einem Videospiel zu finden.

Entsprechend ist auch der Roman aufgebaut. Das fängt damit an, dass die Welt im Jahr 2044 wie so oft am Rand des Abgrunds steht. Zudem sind die Charaktere extrem flach gehalten. Außerdem ist ziemlich schnell klar, wer gut und böse ist und daran ändert sich auch nicht wirklich etwas. Das Buch ist im Original 2011 erschienen, hätte aber genauso gut auch dreißig Jahre früher erscheinen können (wäre überhaupt keinem aufgefallen).

Doch wie bereits erwähnt: Genau das macht den Reiz aus. Es geht fast nur um die Popkultur der 80er-Jahre und das Thema Gesellschaftskritik kommt wenn überhaupt mal am Rande hoch. Aber dafür ist der Plot mit einem tollen Spannungsbogen versehen und eine „modernere“ Erzählweise hätte alles kaputt gemacht.

Man kann doch keine Liebeserklärung an die 80er schreiben, ohne den Schreibstil der 80er zu nutzen oder die Geschichte wie in den 80ern zu konstruieren.


Mein Fazit

Es gibt eine Sache, die mich an diesem Buch gestört hat, das ansonsten gute Unterhaltung liefert: Ich bin eindeutig zu jung. Das Buch ist super, aber um wirklich alle Anspielungen innerhalb der Popkultur aus den 80ern zu verstehen (und davon gibt es EINIGE), muss man wahrscheinlich selbst in dieser Zeit aufgewachsen sein. Von daher: Gute Unterhaltung für SciFi-Fans. Sehr Gute Unterhaltung für Vollzeit-Geeks, die sich in den 80ern Zuhause fühlen.


Bibliografische Angaben

Autor/In Ernest Cline
Titel Ready Player One
Verlag FISCHER Tor
Format Taschenbuch
Seitenzahl 544 Seiten
Erscheinungsdatum 27. April 2017
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahren (noch besser: Mit Kindheit irgendwo zwischen 1970 und 1990)
Genre Science-Fiction
Leseprobe Amazon*

2 thoughts on “Ready Player One (Ernest Cline)

  1. Mir hat das Buch an sich sehr gut gefallen, obwohl auch ich einige Jahre zu jung für die 80er-Nostalgie bin. Was es mir wirklich derbe verhagelt hat, war das Ende. Genauer, der Charakter von Wades bestem Freund und dessen Geschichte. Ohne hier spoilern zu wollen, aber noch mehr token personality hätte wohl in keinen Charakter mehr hineingepasst…

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